Dienstag, 26. April 2011

Nice weekend post

Da unsere letzten Eintraege ein bisschen von Frust gepraegt waren, solls nun doch auch mal wieder Positives zu berichten geben. Das Osterwochenende war sehr schoen fuer uns. Wir haben viel unternommen und mittlerweile ist auch unsere Wohnung komplett eingerichtet die paar Kleinigkeiten, die noch fehlen, sind tatsaechlich nur noch Kostmetik.
Aber der Reihe nach. Donnerstag nach der Arbeit gings los. Wir sind zusammen ins Freibad geduest, auf dem Weg ist mir dieser wunderbare Schnappschuss im vorbeifahren gelungen:
Alte Dame mit Schirm
Weiter gings am Karfreitag morgen. Gemeinsam mit Familie S. und Familie G aus Spanien zum Fruehstuecken ans Meer, danach nach Norden - Gorai Beach und ein neu gebauter Gebets Tempel, d.h. eigentlich eine Dhamma Hall, was sowas wie n Meditationszentrum ist.

Meersalz Gewinnung am Northern Creek von Mumbai

Gorai Beach bei Flut


100% schoen gibts einfach nicht :)

Kleine Finca im Norden von Mumbai - gerne auch als secretary meeting place verwendet :)

Der noerdliche laendliche Teil ausserhalb des Stadtgebiets ist vorwiegend christlich gepraegt

Und mitten drin die Dhamma Hall - schon gross
 
Und von Innen erst!!! 1200 Meditierende passen da rein

 Ein paar Weisheiten gibts gratis dabei - und gut sind se auch noch!!!


freiwillige Helfer auf dem Weg in ein besseres naechstes Leben

Blick auf den Northern Creek

Touri Foto :)
 Am Samstag gings dann wieder frueh los, diesmal freuhstuecken in Colaba im Sueden der Stadt in einem Belgischen Bistro - LECKER. Danach machten wir uns auf die lange und schwierige Suche nach einem Pflanzen Laden mit dem bezeichnenden Namen "Plants World". Als wir ihn dann durch Zufall doch noch gefunden hatten, war die Freude gross. Das Ding war eine Oase in der Grosstadt, ein riesiger Garten mit 100en von Indoor- und Outdoor-Pflanzen, Kraeutern und allem was das Herz des Pflanzenfreunds begehrt. Die Besitzerin eine indische Wahldubainesin war eine sehr angenehme Person, sodass wir unseren Einkauf auf fast 3h ausdehnten. Leider hatt ich keine Cam mit, den Laden gibts aber auch im Internet, da koennt Ihr mal gucken wenn Ihr wollt (http://www.plantsworldnursery.com).

Danach noch ein paar gemuetliche Bierchen und Kraeuterschnaepschen bei Herrn S. und der Tach war perfekt.

Sonntag dann nochmal fuer ein paar Stunden schwimmen gehen und dann ab nach Hause kochen. Unser WE beschlossen wir mit Fajitas mexicanas, natuerlich wieder mit Familie S. und diesmal mit Monica und Deven unseren Wohnungs-Brokern, die uns bei der Wohnungssuche unterstuetzt hatten.

Also Alles in Allem anstrengend aber schoen.

Montag war hier leider nicht frei, dennoch sei der Tag erwaehnt, da sowohl die Moebel-Crew fuer unseren Esstisch als auch die Pflanzen-Liefercrew tatsaechlich einigermassen puenktlich da waren. Es gibt also doch auch funktionierenden Service nicht nur Flachpfeifen.

Und was am Besten ist, die Pflanzen sehen super in unserer Bude aus ...

Mittwoch, 20. April 2011

Leute machen Länder

Als Tourist unterwegs in Indien, z.B. in Goa (sog. Yoga Paradise) oder in Kerala (die Ayurveda Mekka), oder in einem 5 Sternen-Ayurveda-Spa oder wieso den nicht mittendrin im Taj Mahal oder in einem Buddha-Tempel in den Himalayas, kann ich mir vorstellen, dass das Land sehr interessant, entspannend, spannend und bereichernd sein kann.
Aber jeden Tag mit der Faulheit, Ignoranz, Hygienemangel, Scheiss-egal-Mentalität der Leute hier konfrontiert zu sein, ist sehr sehr anstrengend und hat nichts mit einem idyllischen Indien zu tun.
Nur so kann man verstehen, wieso ein buntes, vielfältiges und uraltes Land, das alles hat an Kulturen, Religionen, Geographie, Fauna, Flora, Ethnien, etc, so sein kann, wie Christoph versucht hat es zu beschreiben.
Für mich, machen die Leute das Land aus, nicht umgekehrt...und statt in Infrastruktur oder Modernität des Landes zu investieren, sollte in Menschen investiert werden. Aber für die hiesigen Politiker scheint es auf diese Weise einfacher ein Land zu regieren...am Besten das Volk dumm und dreckig halten.

Leute, das ist einfach nicht lustig...



Sonntag, 17. April 2011

FabIndia - Teil I

Servus!. Hab gute Laune heute, haben heute einen Deutschen kennengelernt, der lange Jahre in der Naehe meiner Heimatstadt gelebt hat. Er - selbst ehemaliger Wahlfranke - kennt natuerlich auch den Erdinger-Weissbier Lieferanten von Mumbai. AUSGEZEICHNET.

Aber der Anlass meines heutigen Posts ist eigentlich ein anderer. Ich habe festgestellt, dass die meisten meiner in der Heimat-Lebenden Freund und Verwandte eine seltsam gute Meinung bzw. gar romantische Vorstellung von Indien haben.
Ich sage grundsaetzlich ist es spannend hier zu sein, aber nicht weil man die schoene Natur geniessen kann oder man faszinierend anmutige Dinge bewundern kann. Nein wirklich nicht. Spannend ist eher zu sehen und zu erleben, wie ein Land nicht oder nicht ueberall mit der Dynamik der Welt Schritt halten kann, bzw. eigentlich noch eher wie ein Land versucht irgendwie die Entwicklung von 60 Jahren innerhalb von ein paar Monaten aufzuholen.

Indien ist nicht romantisch, zumindest noch nicht die Teile die ich gesehen habe. Es gibt durchaus Plaetze mit Potential, so manch einer mag schon die Bilder mit Seeblick von unserem Balkon aus bewundert haben - eines ist wichtig zu wissen: Indien sieht auf Fotos immer besser aus als in Echt. Ich werde versuchen in Zukunft etwas realistischere Bilder zu posten, um Euch einen echten Eindruck zu vermitteln.
Was Indien allerdings ist, es ist ein Ort der Sprache als Weichzeichner verwendet (man moege mir verzeiehen, wenn ich hier die Worte von Andreas Altmann bemuehe). Dazu ein Bsp. ich besuchte im letzten November einen Ort namens Lonavalla. Jeder meiner Kollegen meinte "it is the beautifullest place I know", als ich da war, sag ich ok - besser als das Meiste was ich gesehen habe bis jetzt aber SCHOEN in dem Sinne ....  denn so schoen die Aussicht ins Tal auch ist, soviel Plastikmuell liegt aber auch herum. Eben das gilt uebrigens auch fuer unseren See. Auch wenn die Aussicht fantastic, awesome und excellent ist, die Ufer sind praechtige Muellhalden, mit allem was das Herz begehrt und was am schlimmsten ist - Plastikmuell ist der gute Muell!!! Der verfault nicht und setzt keine stinkenden und giftigen Daempfe frei.

Ich haenge Euch ein Handy Foto rein, es ist nicht optimal, denn der Huette kann man sogar noch was romantisches abgewinnen, der eigentliche Kracher ist dahinter, das naechste Mal wenn ich daran vorbei fahre gibts einen besseren Schnappschuss. Denn dahinter ist eine sumpfige Wiese - ueber und ueber mit Muell uebersaet und die Kids spielen Cricket im Schlick.

Ich hoer die Ersten schon entruestet monieren, hey Christoph wie kannst Du sowas sagen, diese Leute koennen nichts dafuer, dass Sie arm sind. Da haben die Leute wohl recht. Darum geht es aber nicht. Ich will nur die Traeumer ein bisschen zurueckholen. Denn auch wenn man mit Sicherheit auf dem Lande noch schoene Ecken findet, sind das doch die Ecken, wegen denen die Regierung verbieten musste, dass Aerzte das Geschlecht eines Baby's vor der Geburt bekannt geben, damit es nicht sofort abgetrieben wird. Wobei mir einige der Inder bereits sagten, dass (O-Ton) "die postnatale Loesung" dieses Problems durchaus noch Anwendung findet - auch in den Staedten.

Um nochmal mein "nicht schritthalten"-, bzw. "aufholen"- statement aufzugreifen, ein paar kleine Anekdoten.
*Ein Kollege aus Deutschland, sich ebenfalls gerade in Mumbai einrichtend, musste feststellen, dass er beim Container packen ein wichtiges Utensil fuer seine Stereo-Hifi-Sound-Home-Video-Gedoens-Anlage vergessen hat. Naemlich ein SKART auf SKART Kabel. Bitte beachten Sie den O-Ton des Verkaeufers: "such old-fashioned technology we are not using in India anymore .... since long time, minimum 3 years". Es gibt in der Tat nur noch HDMI Kabel zu kaufen.
*Auf der anderen Seite gibt es fuer zuhause eine derzeit noch maximale Bandbreite von 4 Mbit fuer schlappe 1700Euro pro Jahr. Unser Haushalt ist mit 1,5 Mbit gesegnet. Defacto kommt man aber nicht ueber 250kbit an downrate hinaus.
*Die Kleidung moechte ich auch gerne nochmal erwaehnen, eigentlich sieht Indien aus wie viele andere Laender in den 60er und 70er Jahren. Schlaghosen, Karo Hemden - schlechter Sound der Musikanlagen praegt das Bild der Strasse. Dazwischen immer mal wieder echte Hochburgen der moderner Architektur, Technik und Lebensweise.
*Achja 60er, ein Amt ist hier ebefalls wie in den 60ern. Aehnlich buerokratisch, wenn nicht sogar mehr als in Deutschland, aber - in ANALOG ...Alles .... ausser (und jetzt kommt der Knaller): Es gibt im Mumbai Foreigner Registration Office fuenf Windows XP Rechner, die NUR und ausschliesslich dazu verwendet werden, die Antraege, die im Anschluss rein analog bearbeitet werden zu drucken. Ein XP-Rechner als Schreibmaschine sozusagen. Und nicht dass Ihr denkt, dass die Datei irgendwo gespeichert wird, wo man nochmal drankommt. Nein nein. Wenn der Druckauftrag abgeschickt ist und ein Fehler drin war .......NOCHMAL.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was die Indien-Besucher, die mit einem romantisch-verklaerten Gesicht starr in die Gegend gucken, sobald sie das Wort Indien nur hoeren, erfahren haben in diesem Land - alleine vom Ghanja kanns ja nicht kommen, dass man Muell geil finden kann - aber ich hoffe ich komm noch drauf.

Bis dahin beschraenke ich mich darauf alles mitzuerleben was die kulturellen Unterschiede eben hergeben. Ich betone nochmal spannend und aufregend ist es - somit auf seine Art auch schoen, aber so belebend und esotaerisch wie mir so mancher Indian Visitor das Land schilderte, empfinde ich es bei Weitem nicht.  Wobei ich natuerlich zugeben muss, ich komme mit einem Auftrag hierher, der mich von anderen abhaengig macht - das macht die Sache naemlich erst richtig anstrengend - waehrend ein Urlauber sich halt einfach treiben lassen kann. Vielleicht macht das den Reiz aus, einfach ins "Mittelalter" einzutauchen und einfach durch den Tag zu schleichen ohne Stress einfach nur away from whatever sein.